Nachdem er so vieles ertrug, erblickt er das Licht.
Er sättigt sich an Erkenntnis.
Mein Knecht, der gerechte,
macht die vielen gerecht;
er lädt ihre Schuld auf sich.
(Jes 52,11)

Diese Woche habe ich den Isenheimer Altar in Colmar gesehen. Das Foto zeigt die Kreuzigung. Der Altar stand ursprünglich in einem Antoniter-Spital. Die Kranken litten meist unter dem Antoniusfeuer, einer Krankheit, die durch einen Pilz ausgelöst wird und am ganzen Körper brennende Schmerzen verursacht. Sie wurden in die Kapelle geführt, um vor den Bildern des Altars zu meditieren. Das Bild als Medizin.

Was wäre, wenn auch wir heute diesem Bild des Leidens nicht als Zuschauer gegenüber treten würden, sondern als Leidende? Was wäre, wenn wir nicht sagen würden, Jesus sei für uns am Kreuz gestorben, sondern: Jesus ist MIT uns am Kreuz gestorben? Was, wenn der Weg der Erkenntnis und der Erlösung, durch unser ureigenes Leiden führt? Was, wenn es nicht nur darum geht, Mitleid mit Leidenden zu haben, sondern selbst mit ihnen mit zu leiden?

Pin It on Pinterest