Die mystische Erfahrung ist das Erwachen aus dem Schlaf. Sie versetzt uns in die Lage, uns selbst zu erkennen mit den Geschichten und Prägungen, die wir im Gepäck haben und die uns zu dem gemacht haben, was und wer wir sind.

Die mystische Erfahrung ermöglicht, dass wir nicht länger Opfer unseres individuellen »Gestrüpps« sind, sondern unser Leben mit all seinen Herausforderungen in die Hand nehmen können.

Die Heilung des Aussätzigen (Mk 1,40-45) ist ein Sinnbild für diese Art von Erfahrung. Das Geheimnis ist die Berührung: Jesus streckt die Hand aus. Er schreckt nicht davor zurück, uns dort zu berühren, wo wir uns als „Aussätzige“ empfinden.

Die mystische Erfahrung lässt uns die Welt sehen, wie Gott sie sieht. Sie verbindet uns mit unserem »wahren« Selbst. Die Herausforderung besteht darin, diese Berührung zuzulassen, damit Heilung und Integration möglich sind.

mit Auszügen aus: barfuß&wild. Wege zur eigenen Spiritualität, Patmos 2018.

6. Sonntag im Jahreskreis B
„Er berührte ihn“ (Mk 1,41)

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