… damit man vom Aufgang der Sonne
bis zu ihrem Untergang erkennt,
dass es außer mir keinen Gott gibt.
Ich bin der Herr, und sonst niemand.
(Jesaja 45,6)

Es gibt diese Momente, in denen ein Bild mehr sagt, als tausend Worte. So wie das Foto von dem Sonnenuntergang im Hochland von Peru. Der Blick scheint frei auf das Große und Ganze auf: Hinter der Schöpfung lässt sich die Macht des Schöpfers erahnen. Aber was für eine Macht ist das?

Es ist so verführerisch, sich Gott vorzustellen, als den großen Lenker. So wie in der Lesung vom Sonntag: Jesaja besingt Kyrus, den Perserkönig, als den „Gesalbten“ (Jes 45,1), der Israel aus der babylonischen Gefangenschaft befreit. Das kleine Israel im Getriebe der großen Weltmächte. Und Gott steuert das Uhrwerk.

So stellte sich das vielleicht auch Franz von Assisi vor, als er Ritter werden und mit einem Adligen aus der Gegend in den Krieg ziehen wollte. Kaum unterwegs, wurde er in einem Traum gefragt, warum er dem Knecht folge und nicht dem wahren Herrn. Franziskus verstand, brach sein Vorhaben ab und kehrte zurück nach Assisi, um sich ausschließlich „dem göttlichen Willen gleichzugestalten“ (Dreigefährtenlegende 6,13).

Was Franziskus bekam, war aber eine Karriere nach unten. Eine Karriere, die ihn an die Ränder führte: an den Stadtrand unter die Aussätzigen und Machtlosen und in die Wildnis. Überall dort fand er Gott.

Und auch in der Bibel läuft es im Grunde immer wieder darauf hinaus: Gott steht seiner Schöpfung nicht (bloß) gegenüber, er stellt sich mitten hinein. Er lebt mit uns. Er liebt mit uns. Er leidet mit uns. Er stirbt mit uns. Und steht wieder auf mit uns. Jesus ist für Christen der „Gesalbte“. Was für eine Macht ist das!?

 

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