Das Christentum war nie gedacht als eine Lebensversicherung für ein wie auch immer geartetes Jenseits. Jesus will die Augen der Jünger öffnen für das konkrete Hier und Jetzt.

Wir müssen nicht erst alles richtig machen im Leben, um uns dem Heiligen nähern zu »dürfen«. Jesus predigt nicht Askese, sondern bietet uns eine Initiation an.

Bei dieser Initiation geht es weniger darum, etwas zu lernen, sondern vielmehr darum, etwas zu verlernen. Jesus wusste offenbar, dass asketische Übungen und jede Art von guten Taten unseren Narzissmus nähren können, statt uns in die Wirklichkeit zu ziehen.

„Des Wachens, Fastens, Betens und aller Kasteiung achtet und bedarf Gott nicht“, sagt Meister Eckhart. Offenbar geht es auch Jesus nicht zuerst um die Frage, was wir genau tun, sondern mit welcher Haltung wir es tun.

Das Reich Gottes kommt nicht von außen, sondern – wenn man so will – von innen. Wenn wir diese Haltung der Hingabe einüben, werden wir zur rechten Zeit am rechten Ort aus innerem Wissen heraus nicht nur »das Richtige«, sondern wahrhaft großartige Dinge tun.

mit Auszügen aus: barfuß&wild. Wege zur eigenen Spiritualität, Patmos 2018.

3. Sonntag im Jahreskreis B
„Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe!“ (Mk 1,15)

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