Ihr lieben Schafe!

Wie schön ist es, zu sehen, wie ihr den Herrn verherrlicht, indem Ihr immer beieinander bleibt und eine Einheit bildet, die keinen Teil der Herde verloren gehen lässt. Wenn es kalt ist im Winter, dann könnt Ihr so auf der Weide stehen und Ihr wärmt Euch gegenseitig. So gebt Ihr einander ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Und so seid Ihr als Herde ein Abbild der Liebe unseres Herrn, der sich für Euch hingegeben hat.

Aber, liebe Schafe, es reicht nicht, sich bloß als Teil der Herde zu fühlen und ganz darauf zu verlassen, alles werde schon seinen Gang gehen und die richtige Richtung nehmen. Es kommt auf jede Schwester Schaf an! Es kommt auf jeden Bruder Bock an! Und jedes Lamm ist wichtig!

Wenn Johannes der Täufer im Evangelium von heute sagt: „Seht das Lamm Gottes!“ (Joh 1,36) - dann ist damit nicht nur der Herr gemeint, sondern in Wahrheit Ihr selbst. Ihr seid das „Lamm Gottes“ - jeder und jede von Euch.

Deshalb braucht Ihr Euch auch nicht zu fürchten, sondern könnte auf Gott vertrauen, auch wenn Euch einmal etwas fremd vorkommt oder sich ein schwarzes Schaf in Eurer Herde findet.

Ich ermahne Euch: Die Furcht kann eine Sünde sein. Die Furcht vor dem Fremden und Anderen führt nämlich dazu, dass Ihr jene ausschließt, die nicht Euren „Stallgeruch“ haben.

Seid keine dummen Schafe. Vertraut auf Gott, der Euch liebt, und achtet auf seine Wege, die nicht unbedingt eure Wege sein müssen (Jes 55,8). Auf Gott vertrauen heißt, niemanden auszuschließen, auch nicht das Negative, das Euch Angst macht. Unter Gottes Barmherzigkeit hat die ganze Wirklichkeit Platz. Das ist der einzige Weg zum Frieden. Tut das Gute, sucht den Frieden und jagt ihm nach (Ps 34,15)!

Folgt also nicht nur der Herde, sondern hört auf Euer Herz und Euer Gewissen, denn jede und jeder von Euch ist ein Lamm Gottes!

Euer kleiner Bruder Franziskus.

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