Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken,
und eure Wege sind nicht meine Wege - Spruch des Herrn.
So hoch der Himmel über der Erde ist,
so hoch erhaben sind meine Wege über eure Wege
und meine Gedanken über eure Gedanken.
Denn wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt
und nicht dorthin zurück kehrt,
sondern die Erde tränkt und sie zum Keimen und Sprossen bringt,
wie er dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen,
so ist es auch mit dem Wort,
das meinen Mund verlässt.
Es kehrt nicht leer zu mir zurück,
sondern bewirkt, was ich will,
und es erreicht all das, wozu ich es ausgesandt habe.
(Jes 55,8-11)

Ich frage mich, ob jenseits aller Geschäftigkeit, unter der Oberfläche von Gedanken und Plänen, Pflichten und Sorgen, ein tiefes Wissen darum liegt, wie und wer Gott ist?

Kein sagbares, aber ein erfahrbares Wissen. Nur IM Moment. Nicht davor und nicht danach, denn: Wir können zwar über den Fluss reden. Aber wir können nicht zweimal in denselben Fluss steigen. Wir können - wie Mose (Ex 33,23) - nur Gottes Rücken sehen, nicht aber sein Angesicht. Gott bleibt unsichtbar, aber nicht unerfahrbar.

Welche Türen gibt es zu dieser Erfahrung? Musik machen, tanzen, in der Natur wandern, ein Kind zur Welt bringen, beten, lachen, weinen, klagen, trösten ... könnte nicht jeder Ort, jeder Moment, eine Erfahrung des Heiligen sein?Ist eine solche Erfahrung nicht überhaupt die Grundvoraussetzung wahrer Freiheit und Befreiung?

Wer oder was hindert mich dann daran, diese Erfahrung zu machen? Oder präziser: Wer oder was hindert mich daran, nicht bloß eine Tür nach der anderen zu öffnen, sondern ganz einzutreten?

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