Karfreitagsgefühle

„Wir sehen uns Samstag“, hieß es am Gründonnerstag. Denn Karfreitag „komme ich nicht“. Da ist es, das Karfreitagsgefühl: „Oh nee, nicht schon wieder Karfreitag!“ Und ist das was anderes als: „Oh nee, nicht schon wieder Flüchtlinge, Anschläge, Katastrophen“? … Fernseher ausgemacht. Haustür abgeschlossen. Karfreitag ausgesperrt … ausgespart.

Gehorsam

Die heutige Lesung ist eine Herausforderung: Jesus habe „durch Leiden den Gehorsam gelernt“ – diese Vorstellung passt so gar nicht in unsere Zeit. Wir geraten in eine Sackgasse, wenn wir die biblischen Texte nur moralisch interpretieren. Der Gehorsam, um den es in der Lesung aus dem Hebräerbrief geht, ist keine moralische Frage …

Ihr lieben Schafe …

Ihr lieben Schafe! Wie schön ist es, zu sehen, wie ihr den Herrn verherrlicht, indem Ihr immer beieinander bleibt und eine Einheit bildet. Aber, liebe Schafe, es reicht nicht, sich bloß als Teil der Herde zu fühlen und ganz darauf zu verlassen …

Gerechtigkeit wachsen lassen

Wir können Menschen auf den Mond bringen, aber wir schaffen es nicht, dass für alle genug zu essen da ist. Einer von neun Menschen auf der Welt leidet Hunger. Was ist denn nun mit der „Heilsbotschaft“ für die Armen und mit der Gerechtigkeit, die die Bibel verkündet? Alles nur fromme Wünsche und Utopie?

Fürchte Dich nicht!

Angeblich steht in der Bibel 365mal „Fürchte Dich nicht!“. Für jeden Tag einmal. Auch die Schöpfungserzählung ist so eine „Fürchte Dich nicht!“-Geschichte, obwohl sie traditionell mit dem Begriff „Erbsünde“ verbunden wird. Dabei ist in dem Text gar nicht von Sünde die Rede …

Seid lebendig!

Advent ist Sehnsucht nach Wärme an kalten und trüben Tagen. Advent ist Sehnsucht nach Licht in langen Nächten. Und das gilt auch für die Seele: Innere Wärme, Geborgenheit und „Er-Leuchtung“. Biblisch gesprochen: Sehnsucht nach Gott. Leider ist diese Sehnsucht oft überdeckt durch eine „Spiritualität von oben“, die zuerst darauf schaut, ob jemand alles richtig macht und auch würdig ist.

Spirituelle Fruchtbarkeit

Gestern unterhielt ich mich mit einer Frau aus der Gemeinde. Sie sei ein spiritueller Mensch, sagt sie. Sie habe Kontakt zu (ihren) Engeln. Aber die Bibel? Das sei ihr zu ernst. Und Franz von Assisi? Zu katholisch-kirchlich. Sie glaube an Jesus und an Gott, sagt sie. Wozu brauche sie die Bibel, fragt sie. Sie habe ihren eigenen Glauben. Und ich fürchte, das Evangelium von diesem Sonntag wird das nicht ändern. Im Gegenteil.

Leben vor dem Tod

Manche denken, Heiligkeit sei nur etwas für Spezialisten. Allerheiligen und Allerseelen sind Feste, die uns daran erinnern, dass wir nicht die Zuschauer sind in einem göttlichen Theater. Wir sind die Helden der Geschichte. Was heißt aber „heilig sein“ und wie geht das? Und wer kommt in den Himmel? Oder in die Hölle?

Macht und Vollmacht

Das Pfingstevangelium lässt mich stolpern: Jesus gibt den Jüngern den Heiligen Geist und mit ihm verbunden die Macht, Sünden zu vergeben. Oder eben nicht …

Inkarnation

Mir gefällt der Gedanke, dass Jesus uns einlädt, nicht an der Macht der Welt, sondern an der Ohnmacht der Welt teilzunehmen. Dieser Gedanke beginnt in der Krippe und endet am Kreuz …

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