Durch das Lebensrad zu gehen ist ein Abenteuer, dessen Ausgang unbekannt ist – sonst wäre es kein Abenteuer. Es bedeutet, sich in den Kokon zu wagen und als »neue Schöpfung« (Gal 6,15) wieder herauszukommen – wie der Schmetterling, der einst eine Raupe war. Jeder Übergang ist mit einer solchen Metamorphose verbunden. Das bedeutet immer, dass etwas Altes sterben muss, damit Neues entstehen kann. Jeder Anfang beginnt mit einem Ende. Das Lebensrad lehrt uns, wie wir sozusagen »sterben, bevor wir sterben«. Jeder Übergang ist ein Abglanz des Todes, des radikalsten Abschieds. Wir leben nicht in den Tod hinein, sondern wir sterben hinein ins Leben. Der Tod und somit auch jeder »kleine« Übergang fordern uns heraus, das Wesentliche in den Blick zu nehmen: »Sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Wurm sie zerstören und keine Diebe einbrechen und sie stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz«, empfiehlt Jesus (Mt 6,19–20).

mit Auszügen aus: barfuß&wild. Wege zur eigenen Spiritualität, Patmos 2018.

Ostersonntag B
„Halte mich nicht fest“ (Joh 20,17)

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