Lebe wohl, heiliger Berg ... Engelsberg!
Lebe wohl, liebster Bruder Falke: ich danke dir für deine Liebe, mit der du mir gedient hast.
Lebe wohl, großer Felsen, ich werde nie mehr kommen, dich zu sehen,
lebe wohl, lebe wohl, lebe wohl.
Stein, der du mich in deinen Eingeweiden aufgenommen,
so dass der Teufel durch dich zuschanden wurde!
(Brief des Br. Massäus 10-13; Übers. Joseph Lortz)

Mit diesen Worten verabschiedet sich Franziskus im September 1224 kurz vor seinem Tod vom La Verna. Jedenfalls werden diese Abschiedsworte von den Brüdern, die bis heute auf dem Berg leben, Jahr für Jahr wiederholt und in Erinnerung gehalten.

Ob sie nun genau so je gesprochen wurden oder nicht, ändert nichts daran, dass sie eines von zahllosen Zeugnissen sind, wie der Heilige Franziskus offenbar nicht nur in der Natur lebte, sondern auch mit allen Geschöpfen und allem Geschaffenen kommunizierte. Gerade deshalb wird er ja weit über die Grenzen der römisch-katholischen Kirche verehrt und einige sehen in ihm einen katholischen Schamanen, wenn man so will.

Was würde passieren, wenn wir europäische/westliche Christen diese Tradition wieder entdeckten? Wenn wir uns wilde Orte wie den La Verna suchen würden - oder uns von ihnen finden ließen, uns "bedienen" ließen? Und müsste die in den vergangenen Jahrzehnten (wieder)entdeckte Form der "Visionssuche" in der Wildnis nicht auch eine Wiederentdeckung dieser abendländisch-franziskanischen Tradition mit sich bringen? Was wäre, wenn sich diese Kreise schließen würden?

Pin It on Pinterest