In der Wüste

In der Wüste

In der Bibel heißt die Wüste »eremos«. Wir übersetzen das meist mit »einsamer Ort«. Es ist jener Ort, wo Johannes der Täufer auftritt. Jener Ort, an den sich Jesus immer wieder zurückzieht und wohin ihm die Menschen folgen. Was wir brauchen könnten, ist ein neuer Aufbruch in den Eremos: Stadteremiten und Gottsucherinnen, die in den Wüsten dieser Welt Manna-Gruppen bilden und die Utopie vom Reich Gottes leben …

Realität

Realität

Eine facebook-Freundin, Franziskanerin im OFS wie ich, jubelt auf ihrer Seite über den neuen brasilianischen Präsidenten. Wie aber kann ein Christ jemandem applaudieren, der abfällig über Frauen, Schwarze und Schwule spricht und zugleich an den Gott Jesu glauben? Was soll das für ein Gott sein, der Sexismus, Rassismus und Ausgrenzung befürwortet? Es gibt eine Erklärung dafür …

Entkolonisierung der Seelen

Entkolonisierung der Seelen

Wir betrachten Spiritualität als reine Privatsache. Etwas Individuelles. Und suchen nach »inneren« Lösungen für Probleme wie Stress, Depression usw. Deshalb verkaufen sich spirituelle Wellnessprodukte wunderbar. Sie lindern die Symptome. Aber Symptombekämpfung greift bekanntlich nicht an die Ursache eines Problems.

Spiritualität nach unten

Spiritualität nach unten

Wie komme ich zu Reichtum, Gesundheit und glücklichen Beziehungen? Viele Regalmeter füllen die Ratgeberbücher, die den Weg dorthin weisen. Die meisten vertreten eine »Spiritualität nach oben«, die in der Überzeugung wurzelt, wir könnten »es« machen. Aber es gibt einen anderen Weg …

Intimität

Intimität

Dass wir sexuelle Wesen sind, bedeutet im Kern, dass wir uns als ergänzungsbedürftig erfahren. Daher übt die Sexualität eine solche Faszination aus. Sie verheißt und ermöglicht, die ersehnte Ganzheit zu erreichen. Gesetze helfen dabei wenig.

Haben oder Sein

Haben oder Sein

Nur wer nichts besitzt, dem kann alles geschenkt werden. Das ist die Armut Jesu und die Armut, die Franz von Assisi suchte. Es geht dabei allerdings nicht darum, möglichst alles »Materielle« oder »Weltliche« zu meiden. Es geht darum, jeglichen »Besitzanspruch« loszulassen.

Das Herz aller Dinge

Das Herz aller Dinge

Die franziskanische Spiritualität sieht Christus in allem Lebendigen. Das stellt das herrschende materialistische Paradigma radikal in Frage. Was wäre heute anders, wenn Flüsse, Berge, Wälder, die ganze Erde nicht als Objekt, sondern als Subjekt betrachtet würden und folglich als »juristische Person«, wie der Whanganui-Fluss in Neuseeland?

Freimut

Freimut

Kürzlich fiel mir ein altes Buch in die Hände mit dem Titel »Die Lügner«. Der Psychiater M. Scott Peck schildert darin einige erschütternde Fälle aus seiner Praxis, die alle eines gemeinsam haben: Die Menschen, um die es geht, beschreibt er als »bösartig«. Was ihnen fehlt, ist Freimut. Die Frage ist, wann und warum diese Fähigkeit verloren gegangen ist. Und was für Menschen gilt, gilt auch für Institutionen.

Innere Gehörlosigkeit

Innere Gehörlosigkeit

Wenn es keine Verbindung mehr gibt von äußerer und innerer Wirklichkeit. Wenn wir innerlich ganz anders fühlen, als es uns nach außen auszudrücken möglich ist. Das ist innere Gehörlosigkeit. Und wenn wir nicht mehr von Herzen hören und sprechen können, bringen wir über kurz oder lang auch andere Herzen zum Schweigen. Unsere ganze Welt wird dann taub und stumm.

Nicht(s) ausschließen

Nicht(s) ausschließen

Früher oder später geht es in Gruppen darum, wer dazugehört und wer nicht. Wir können uns besser fühlen als andere, weil wir den Rasen in unserem Vorgarten kurz halten oder weil wir vegan essen. Genau diesen Mechanismus aber will Jesus aufbrechen.