Oh, wer zählt die Wunder alle
dieses Bäumchens wohl?
Rinde, Beere, Blatt und Blüte,
jeder Teil ist Kraft und Güte,
jeder segensvoll!

Der Holunder gehört zu den beliebtesten Pflanzen der Volksheilkunde und es ranken sich viele Mythen und Geschichten um ihn.

Archäologische Funde lassen vermuten, dass schon unsere Vorfahren aus der Stein- und Bronzezeit den Holunder genutzt haben. Die alten Griechen, die Römer beschreiben seine Vorzüge und der Holunder genoss jahrhundertlang so hohes Ansehen, dass die Leute den Hut zogen, wenn sie an einem Holunder vorbei gingen.

Jedes Haus, jede Stadt hatte ihre „Hollerecke“, denn der Holunder galt in Ur-Zeiten als Wohnsitz der schützenden Hausgöttin „Frau Holle“ und wurde auch als Baum der Ahnen verehrt. Man wagte nicht, den Holunder zu fällen und das ist vielleicht auch der Grund, warum Menschen ihre Schätze unter einem Holunderbaum vergraben haben: Sie konnten sicher sein, dass sie den Holunder wiederfinden, auch wenn alles andere sich verändert.

Die Liste der Anwendungen ist zu lang, um hier wiedergegeben zu werden, vor allem aber – das lässt sich sagen – wirken die Beeren mit ihrem hohen Gehalt an Vitamin-C vorbeugend gegen Erkältungen. Gegen Erkältung und Fieber wird Holunderblütentee getrunken.

Von Mai bis Juni blüht der Holunder und somit ist jetzt die allerletzte Chance, selbst noch einen Holunderblütensirup anzusetzen.

Holunderblütensirup

1 kg Zucker
1 Liter Wasser
2 Zitronen, unbehandelt
1 weiter Limette oder Zitrone, unbehandelt, in Scheiben
25 Holunderblütendolden

Die Zitronen heiß abwaschen und abtrocknen, halbieren, auspressen und den Saft mit Wasser, Zucker und den ausgepressten Zitronenhälften aufkochen und anschließend etwas abkühlen lassen.
Die Holunderblütendolden vorsichtig von möglichen Insekten befreien und ungewaschen (!) in ein ausreichend großes, verschließbares Glas füllen. Die Limetten- bzw. Zitronenscheiben dazugeben.
Die Zuckerlösung darüber gießen und das Glas verschlossen 3-7 Tage an einem warmen Ort stehen lassen. Ab und zu aufschütteln.
Flaschen sterilisieren (z.B. in einem großen Topf kochen oder im Wasserbad im Backofen erhitzen).
Den Sirup dann durch ein Sieb in einen Topf gießen, bis kurz vor dem Siedepunkt erhitzen. Den heißen Sirup in die sterilisierten Flaschen gießen und verschließen.
Hält sich mindestens 6 Monate und die geöffnete Flasche im Kühlschrank lagernd innerhalb von 1-2 Wochen verbrauchen.

Die Blätter und die Rinde des Holunders sind leicht giftig. Wer sich vor einem Spaziergang in die Natur, die Fuß- und Handgelenke mit Fliederblättern abreibt, ist geschützt gegen Zecken, die mögen den bitter-aromatischen Duft der Holunderblätter nämlich nicht!

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