Im Supermarkt gibt es keine Jahreszeiten. Es gibt immer Tomaten und Salat, so als wäre immer Sommer. Und das Wintergemüse ist schwer zu bekommen: Rüben. Gut, Karotten sind immer da. Aber wie sieht es aus mit Pastinaken oder Roter Bete, Steckrüben oder Wurzelpetersilie. Da muss man in der Regel schon zum Gemüsehändler seines Vertrauens.

Wahrscheinlich ist das der Grund, warum es Menschen gibt, die auf Pastinaken reagieren wie auf etwas Außerirdisches. Und ein bisschen stimmt’s ja auch: Pastinaken können außerirdisch gut schmecken. Am besten schmecken Pastinaken und auch andere Rüben, wenn sie geröstet werden.

Dieses Rezept hat zwei Teile: Zuerst werden die Rüben geröstet mit einer speziellen Marinade und können dann auch direkt serviert werden. Der zweite Teil ist in gewisser Weise die Weiterverwendung der erkalteten Röstrüben mit einem Kräuterdressing. Praktisch als kalte Platte (siehe Foto).

Und die Kräuter kann man ohne Problem auf der Fensterbank ziehen – in der Küche als Gewächshaus. Oder jetzt draußen im Garten die ersten Kräuter ernten: Giersch, Brennessel und Co. Dass sie jetzt schon hervorschauen, obwohl der Winter noch mit einem Fuß in der Tür steht, ist ein Ausdruck davon, wieviel Kraft sie enthalten. Mit Kraut und Rüben kann man also wunderbar den Winter verabschieden und den Frühling begrüßen.

Kraut und Rüben (geröstet)

1kg Möhren und 1kg Pastinaken
Olivenöl

Möhren-Marinade:
50ml Balsamico (am besten Creme)
1 EL gehackter Rosmarin
Salz und Pfeffer

Pastinake-Marinade:
40ml Worcestersauce
2 EL Honig
1 EL gehackter Salbei
Salz und Pfeffer

Backofen vorheizen auf 200 Grad.
Möhren Schälen, in Olivenöl wenden.
Im Ofen etwa 20 Minuten rösten. Zwischendurch wenden.
Die Zutaten für die jeweilige Marinade verrühren.
Das Gemüse mit der Mischung bestreichen.
Weitere 20 Minuten rösten, zwischendurch wenden und immer wieder bestreichen, bis die Marinade verbraucht ist.

Kräuter-Dressing:
40g Kräuter (fein gehackt) z.B. Petersilie, Dill etc.
3 EL Essig
4 TL Zucker
5 EL Olivenöl
Paprikapulver, Salz und Pfeffer

Das erkaltete Röstgemüse auf einer Platte anrichten und mit dem Dressing beträufeln.

Gemüse rösten

Rösten kann man jedes Wurzel- oder Knollengemüse (also auch Kartoffeln). Am besten in Würfel schneiden, in Öl, Salz und Pfeffer oder einer Marinade wenden und insgesamt ca. 30-40 Minuten rösten je nach Größe der Würfel.

Rote Bete enthält sehr viel Flüssigkeit und es empfiehlt sich, sie schon für 5-10 Minuten alleine zu rösten, bevor das andere Gemüse dazu kommt.

Frühlingskräuter

Vor der Haustier sprießen jetzt der Giersch oder die Brennessel. Auch solche Kräuter lassen sich für das Kräuterdressing verwenden. Am besten feingehackt mit Zwiebeln und Knoblauch in ein wenig Olivenöl anschwitzen. Denn Achtung: Giersch enthält den Eiweißstoff Phasin, der auch in Hülsenfrüchten vorkommt und in großen Mengen giftig ist. Manche vertragen ihn nicht und bekommen Durchfall, nach dem Erhitzen ist Phasin aber abgebaut. Und die Brennessel brennt nun einmal, wenn sie nicht erhitzt wird 😉

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Pin It on Pinterest

Share This