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Die Verbindung mit unseren Müttern und Vätern, Großmüttern und Großvätern, ja sogar den Urgroßmüttern und Urgroßvätern, kann unser Leben jetzt und hier heftig beeinflussen. Was sie taten, erlebten, erlitten, ersehnten, hat eine Wirkung auf uns. Es ist eine Herausforderung, diese Zusammenhänge ins Bewusstsein zu holen, damit sie uns nicht daran hindern, unser Potenzial zu entfalten.

Das gilt genauso auch für die Religion und Spiritualität unserer Ahnen. Viele wenden sich heute vom Christentum ab. Hinter vordergru?ndiger Gleichgu?ltigkeit sitzen vielfach schlechte Erfahrungen. Sie oder auch ihre Vorfahren sind im Namen der Kirche und der Na?chstenliebe schlecht behandelt worden, was auch immer das im Einzelnen heißt. Vielleicht suchen deshalb heute so viele Zuflucht im Buddhismus, in indianischen oder anderen Traditionen oder auch Mischformen aus alledem. Allerdings: Bleiben diese Versuche nicht ku?nstlich oder oberfla?chlich, wenn sie keine stimmige Verbindung zu den eigenen Wurzeln herzustellen vermo?gen?

Ich meine, es ist Zeit, sich die Religion der eigenen Va?ter und Mu?tter, Großva?ter und Großmu?tter (wieder) anzueignen. Umfassend. Die Aufforderung dazu kommt sogar von nicht-christlicher Seite. Der Dalai Lama etwa fu?llt in Deutschland Stadien und ko?nnte sich doch freuen, dem Buddhismus so viele neue Anha?nger zuzufu?hren. Er ruft stattdessen bei seinen Unterweisungen dazu auf, nicht zum Buddhismus zu wechseln, sondern zuerst die Erfu?llung in der eigenen Religion zu suchen.

Folgt man dem Dalai Lama, bedeutet Religionsfreiheit nicht nur, seine Religion frei zu wa?hlen. Vielmehr geht es auch um die Freiheit, die eigene Religion an sich zu nehmen und – gleichsam von innen her – sich wieder zu eigen zu machen. Ähnliche Impulse kommen derzeit aus dem Vatikan. Es ist Zeit, das Christentum wieder vom Kopf auf die Fu?ße zu stellen und sich wieder mit dem Wurzelstock zu verbinden. Diese Verbindung ist die Voraussetzung, damit jede und jeder das eigene Potenzial entfaltet oder wie Papst Franziskus schreibt: „um auf den einzigartigen und unwiederholbaren Entwurf hin zu wachsen, den Gott von Ewigkeit her für ihn oder sie wollte“ (Gaudete et Exsultate 13).

mit Auszügen aus: barfuß&wild. Wege zur eigenen Spiritualität, Patmos 2018 (überall im Buchhandel oder hier).

„Getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen …“ (Joh 15,5)
5. Sonntag der Osterzeit B

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