Ist das Leben wirklich sooooo kompliziert, wie es manchmal erscheint? Viele Jahre habe ich mit einem Gefühl der Orientierungslosigkeit gelebt: mit der Vorstellung, ich müsste erst noch dieses oder jenes wissen oder leisten und ohne eine Vorstellung davon, wo mein Platz ist, wo ich hingehöre. Worauf kommt es an? Was ist wichtig? Wer sagt mir, wer ich bin und wo es lang geht? Und eigentlich würde ich’s schon lieber selbst rausfinden, aber welchen Wegweisern kann ich folgen? Ich möchte drei Erkenntnisse mit dir teilen, die mir geholfen haben und die mein Lebensgefühl und meine Haltung dem Leben gegenüber grundlegend verändert haben.

Ich bin überzeugt: Das Leben ist einfach. Du bist ein Teil davon. Vergeude keine Zeit damit, die Lösung irgendwo außerhalb von dir zu suchen: in irgendeinem speziellen Wissen, in irgendeiner Lehre, in irgendwelchen Vorstellungen darüber, wie die Dinge erst sein müssten, bevor du anfangen kannst zu leben. Die Antwort liegt in dir. Folge deinem Herzen. Viel Freude mit Podcast-Folge #05.

Du kannst diese Folge auch bei itunes oder spotify finden oder hier einfach herunterladen.


Die eigene Lebendigkeit spüren und zulassen.

Wir suchen keinen »Sinn im Leben«, sagt der Mythenforscher Joseph Campbell, sondern in Wahrheit eine »Erfahrung des Lebendigseins«. Dieser Gedanke kommt so unscheinbar daher, aber er hat es in sich, denn er bedeutet, dass wir nicht weiter kommen, wenn wir versuchen, das »Problem« des Lebens im Kopf zu lösen. Überhaupt: Das Leben ist kein zu lösendes Problem, sondern ein Mysterium, das gelebt werden will (sagt Papst Franziskus).

Es braucht also Erfahrungen, in denen wir uns lebendig fühlen. Das ist wohl der Grund, warum Menschen sich auf eine Pilgerreise begeben oder eine Quest machen: Vier Tage und vier Nächte im Schoß von Mutter Erde – oder ganz profan ausgedrückt »mit dem Hintern auf der Erde«.

Was kannst Du tun, um Dich (wieder) zu spüren?

Das Leben ist einfach, aber nicht immer angenehm: Erinnere Dich, dass Du Dich auch im Schmerz spürst – bevor Du versuchst, ihn zu »beseitigen«.

Mit sich im Reinen sein.

Reinheit zählt zu den Worten, die ich nicht mag. Denn in der Natur ist nichts perfekt. Und ich meine hier auch nicht so eine Art von Reinheit. Ich meine eher so etwas wie ein Ganz-Sein: Mit den Dingen »im Reinen« zu sein, die eben mir vielleicht »unrein« erscheinen mögen, weil sie irgendwelchen Ansprüchen nicht genügen.

Es geht hier darum, mit der Vergangenheit aufzuräumen, alte Glaubenssätze aufzulösen, Schuldscheine zu zerreißen und nicht länger zu warten, bis sie eingelöst werden, denn sonst liegt all das im Weg herum und hindert mich daran, in der Gegenwart zu sein.

Welche Lebensthemen meidest Du und hast vielleicht Angst vor ihnen?

Gerade in dem, was herausfordernd ist, was dich in die Krise bringt, kann die Chance liegen, zu wachsen: Was unternimmst Du, um dem in die Augen zu schauen?

Die eigene Gabe kennen und in die Welt bringen – lass Dein Licht strahlen.

Die eigene Gabe in die Welt bringen. Im Lebensrad ist dies die Qualität des Nordens. In den Norden gelangst du durch den Süden (wenn du deine Lebendigkeit spürst) und den Westen (mit sich ins Reine kommen). Es ist oft notwendig, noch einmal zurückzugehen in den Süden und den Westen, und alles Notwendige zu klären, damit sich das eigene Potenzial entfalten kann.

Das zu tun, ist Arbeit, spirituelle Arbeit. Lebensarbeit. Das Evangelium ist nicht irgendeine seltsame Lehre, die von irgendwoher auf die Erde gefallen ist. Es geht um das Leben selbst und die frohe Botschaft lautet: Jetzt und hier ist es möglich, ganz zu sein und »in Fülle« zu leben. Und es bedarf nicht erst besonderer Voraussetzungen oder Leistungen.

Jesus sagt: »Ihr seid das Salz der Erde« und »Ihr seid das Licht« der Welt. Das ist keine Aufforderung, irgendetwas zu tun, um Geschmack ins Leben zu bringen oder ein »Star« zu werden, der von allen verehrt wird oder was auch immer. Jesus spricht diese Worte zu den Kranken, Leidenden, Beladenen, Ausgestoßenen, Ohnmächtigen. Das ist das Unerhörte an dieser Botschaft und zugleich das frohe: Du BIST das Salz der Erde und du BIST das Licht der Welt. Entscheidend ist, dass du es auch selbst glauben kannst. Da liegt die Herausforderung.

»Ihr seid das Licht der Welt«
Matthäus 5,14
5. Sonntag im Jahreskreis A

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