Karfreitagsgefühle

„Wir sehen uns Samstag“, hieß es am Gründonnerstag. Denn Karfreitag „komme ich nicht“. Da ist es, das Karfreitagsgefühl: „Oh nee, nicht schon wieder Karfreitag!“ Und ist das was anderes als: „Oh nee, nicht schon wieder Flüchtlinge, Anschläge, Katastrophen“? … Fernseher ausgemacht. Haustür abgeschlossen. Karfreitag ausgesperrt … ausgespart.

Gewalt

Das ist der drittgrößte Staudamm der Welt. Zumindest ein Teil davon. Belo Monte in Brasilien. Ich konnte heute dieses Bild machen: Es ist ein Symbol des Fortschritts und ein Ausdruck dessen, was Menschen leisten können. Aber es ist auch ein Symbol der Gewalt.

Nicht perfekt

Da kommt ein reicher Jüngling zu Jesus und fragt, was er tun müsse, um das ewige Leben zu gewinnen. Jesus fordert ihn auf, seinen Reichtum aufzugeben. Wieso ist aber im Text von einem Jüngling gar nicht die Rede? Und worum geht es wirklich in der Geschichte?

Laudato si‘

Laudato si‘ – Sei gepriesen … ist der Anfang des Sonnengesangs. So beginnt auch die Enzyklika von Papst Franziskus, die erste Öko-Enzyklika und ein wichtiger Beitrag zur Erneuerung der Schöpfungsspiritualität. Für alle, denen der ganze Text zu lang ist, oder die sich einen Überblick verschaffen wollen, gibt es hier eine große Sammlung von Zitaten.

Sehen

Was ist eigentlich Pfingsten? Die Frage habe ich in den letzten Tagen öfter gehört. Pfingsten ist das Fest des Heiligen Geistes, Pfingsten ist der Geburtstag der Kirche. Aber beantwortet das die Frage? Was soll das sein, der Heilige Geist? Welche Erfahrung steckt dahinter und wie kann ich die machen? Und wo merke ich das in Kirche?

Zwischen den Welten

Wir leben in einer säkularisierten Welt. Keine religiöse Instanz hat mehr die Kontrolle über Gedanken und Leben der Menschen. Wenn Jesus über seine Jünger sagt „Sie sind nicht von der Welt“, was heißt das? Ist das die Aufforderung, eine Art elitären heiligen Rest zu bilden und sich – am besten noch Nase rümpfend – von der Welt abzuwenden? Manche Christen erwecken genau diesen Eindruck, leider …

Lebendigkeit

Johannes lässt Jesus sagen, er sei der „wahre“ Weinstock (Joh 15,1), aber wer daraus vorschnell einen dogmatischen Wahrheits- und Hoheitsanspruch ableiten will, drückt sich um den existenziellen Kern des Bildes …

Gehorsam

Die heutige Lesung ist eine Herausforderung: Jesus habe „durch Leiden den Gehorsam gelernt“ – diese Vorstellung passt so gar nicht in unsere Zeit. Wir geraten in eine Sackgasse, wenn wir die biblischen Texte nur moralisch interpretieren. Der Gehorsam, um den es in der Lesung aus dem Hebräerbrief geht, ist keine moralische Frage …

Du wirst …

Manche betrachten die Zehn Gebote (Ex 20,1-6) als eine Art Hausordnung Gottes: Wir sollen dieses und jenes tun und anderes wiederum nicht. Und wer sich nicht dran hält, wird bestraft oder ausgeschlossen. Aber dieses Denken greift zu kurz. Es geht nicht darum, dass wir brave Mieter sind, so als wäre Gott der Hausmeister …

Wie sollen wir fasten?

Mal wieder Fastenzeit: Die einen verzichten auf Süßes, die anderen auf Alkohol. Das ist ok. Aber wäre es nicht auch denkbar, einmal auf das Verzichten selbst zu verzichten. Wenn nämlich dahinter nur diese Stimme steht, die sagt: „Wenn Du das Opfer bringst, bist Du in Ordnung“.

Ihr lieben Schafe …

Ihr lieben Schafe! Wie schön ist es, zu sehen, wie ihr den Herrn verherrlicht, indem Ihr immer beieinander bleibt und eine Einheit bildet. Aber, liebe Schafe, es reicht nicht, sich bloß als Teil der Herde zu fühlen und ganz darauf zu verlassen …

Glaube ohne Zweifel

„Der Teufel ist die Anmaßung des Geistes, der Glaube ohne ein Lächeln, die Wahrheit, die niemals vom Zweifel erfasst wird. Der Teufel ist schwarz und finster, denn er weiß, wohin er geht, und er geht immer dahin zurück, woher er gekommen ist“, sagt der Franziskaner William von Baskerville in Umberto Ecos Roman „Der Name der Rose“. Ein treffender (franziskanischer) Kommentar zu den Ereignissen der vergangenen Woche …

Vom Winter lernen

Draußen hat es geschneit. Der Schnee dämpft den Lärm, der sonst die Welt erfüllt. Alles schläft. Alles ist wie in sich gekehrt. Kontemplatives Gebet ist nichts anderes, als dieses Sich-in-sich-kehren. Eine Praxis des Loslassens ganz im Sinne der „inneren Armut“, von der Meister Eckhart spricht …

Gerechtigkeit wachsen lassen

Wir können Menschen auf den Mond bringen, aber wir schaffen es nicht, dass für alle genug zu essen da ist. Einer von neun Menschen auf der Welt leidet Hunger. Was ist denn nun mit der „Heilsbotschaft“ für die Armen und mit der Gerechtigkeit, die die Bibel verkündet? Alles nur fromme Wünsche und Utopie?

Fürchte Dich nicht!

Angeblich steht in der Bibel 365mal „Fürchte Dich nicht!“. Für jeden Tag einmal. Auch die Schöpfungserzählung ist so eine „Fürchte Dich nicht!“-Geschichte, obwohl sie traditionell mit dem Begriff „Erbsünde“ verbunden wird. Dabei ist in dem Text gar nicht von Sünde die Rede …

Seid lebendig!

Advent ist Sehnsucht nach Wärme an kalten und trüben Tagen. Advent ist Sehnsucht nach Licht in langen Nächten. Und das gilt auch für die Seele: Innere Wärme, Geborgenheit und „Er-Leuchtung“. Biblisch gesprochen: Sehnsucht nach Gott. Leider ist diese Sehnsucht oft überdeckt durch eine „Spiritualität von oben“, die zuerst darauf schaut, ob jemand alles richtig macht und auch würdig ist.

Der ohnmächtige König

„Ich hätte da mal eine ernst gemeinte Frage: Was macht Gott den ganzen Tag?“, diese Frage tauchte diese Woche in einer facebook-Gruppe auf: „Helfen tut er nicht viel und bestrafen auch nicht sonderlich. Sitzt der den ganzen Tag nur da oben rum oder wie?“ Ich muss zugeben, dass mir die darauf folgenden Antwortversuche der zahlreichen frommen Christen, weniger sympathisch waren als die Frage selbst …

Spirituelle Fruchtbarkeit

Gestern unterhielt ich mich mit einer Frau aus der Gemeinde. Sie sei ein spiritueller Mensch, sagt sie. Sie habe Kontakt zu (ihren) Engeln. Aber die Bibel? Das sei ihr zu ernst. Und Franz von Assisi? Zu katholisch-kirchlich. Sie glaube an Jesus und an Gott, sagt sie. Wozu brauche sie die Bibel, fragt sie. Sie habe ihren eigenen Glauben. Und ich fürchte, das Evangelium von diesem Sonntag wird das nicht ändern. Im Gegenteil.

Quellen des Heils

Das Evangelium von Jesus, der im Tempel randaliert und andeutet, dass es eigentlich keines Tempels aus Stein mehr bedarf (Joh 2,13-22), ist eine Mahnung zur Selbstkritik: Religion und Kirche dürfen nicht zum Selbstzweck werden. Wenn das geschieht, verschwinden Leben, Frische und Fruchtbarkeit …

Leben vor dem Tod

Manche denken, Heiligkeit sei nur etwas für Spezialisten. Allerheiligen und Allerseelen sind Feste, die uns daran erinnern, dass wir nicht die Zuschauer sind in einem göttlichen Theater. Wir sind die Helden der Geschichte. Was heißt aber „heilig sein“ und wie geht das? Und wer kommt in den Himmel? Oder in die Hölle?

Gott „einigen“

Manche Christen denken, das jüdische Gesetz sei nicht mehr gültig. Aber Jesus sagt ja klar, er sei nicht gekommen, um das Gesetz abzuschaffen, sondern um es zu erfüllen. Das jüdische Gesetz gilt also immer noch …

Die Macht des Schöpfers

Es gibt diese Momente, in denen ein Bild mehr sagt, als tausend Worte. So wie das Foto von dem Sonnenuntergang im Hochland von Peru. Der Blick scheint frei auf das Große und Ganze auf: Hinter der Schöpfung lässt sich die Macht des Schöpfers erahnen. Aber was für eine Macht ist das?

Feiern und genießen

Seltsames Gleichnis: Ein von den geladenen Gästen enttäuschter und zorniger Gastgeber holt sich spontan Gäste von der Straße. Als er unter diesen Gästen einen ohne Hochzeitsgewand erblickt, lässt er ihn festnehmen und einkerkern. Wenn dieser Gastgeber, ein König, gleichnishaft für Gott steht: Ist Gott demnach ein zorniger alter Griesgram …

Himmlische Ökonomie

Das Evangelium vom Sonntag ist glasklar: Es kommt nicht darauf an, wie viel einer geleistet hat (oder eben wie lange), sondern DASS er sich eingebracht hat und nicht „untätig“ geblieben ist (Mt 20,6). Aber das, was Jesus da predigt, bürstet unsere Ökonomie und die landläufige Vorstellung von Arbeit und Verdienst völlig gegen den Strich …

Für immer 21?

Wenn sich ein Modeladen „Forever 21“ nennt, dann steckt dahinter höchstwahrscheinlich nicht bloß ein Augenzwinkern, sondern eine Marketingstrategie, die sich mit den gegenwärtig vorherrschenden Sehnsüchten der Kundinnen auskennt: Die ewige Jugend …

Frisch und unverkrampft

Es scheint sich so in Köpfe und Herzen eingebrannt zu haben, dass Religion und Spiritualität (und im Übrigen auch „Diät“) etwas damit zu tun haben, unser schwaches Fleisch zu besiegen und eine große Askese-Leistung zu vollbringen. Ein Missverständnis, finde ich …

Licht und Heil

Heute habe ich Johanniskraut geerntet, ein altes Heilmittel gegen „Dämonen“ …

Macht und Vollmacht

Das Pfingstevangelium lässt mich stolpern: Jesus gibt den Jüngern den Heiligen Geist und mit ihm verbunden die Macht, Sünden zu vergeben. Oder eben nicht …

Selbstanklage

Warum muss der Gerechte leiden? Diese Frage steht über den kommenden Tagen. Ich habe immer Schwierigkeiten gehabt mit dem „für uns“ einer Opfertheologie, die mich und uns alle per se zur Ursache für das furchtbare Leiden Jesu macht …

Versuchung

Danach trieb der Geist Jesus in die Wüste …

Reifes Leben

Ich habe das Apostolische Schreiben von Papst Franziskus über die „Freude des Evangeliums“ durch Wordle geschickt und das obige Bild ist dabei herausgekommen …

Inkarnation

Mir gefällt der Gedanke, dass Jesus uns einlädt, nicht an der Macht der Welt, sondern an der Ohnmacht der Welt teilzunehmen. Dieser Gedanke beginnt in der Krippe und endet am Kreuz …

Früchte des Heils

Die Geschichte von Zachäus, dem reichen Oberzöllner, kennt jedes Kind. Die Geschichte, die danach kommt, das „Gleichnis vom anvertrauten Geld“ (Lk 19,11-28), hat leider nicht Eingang in die Sonntags-Leseordnung gefunden. Der Text führt ein Schattendasein …

Allezeit Beten

Es gibt diese Erfahrung, dass das Leben nicht für mich da ist. Dass der Lauf der Dinge an mir vorüberzieht und mir meine ganze Ohnmacht und Bedeutungslosigkeit vor Augen führt. Für Gott bin ich nur ein Gedanke, der wieder vergeht …

Dem Ruf in den Kokon folgen

Jesus fordert, die eigene Familie gering zu schätzen, freiwillig zu leiden und seinen ganzen Besitz aufzugeben. Nur wer das tut, könne sein Jünger sein. Das ist eine Provokation. Und die landläufige Auslegung dieser Forderung noch viel mehr …

Deinen Spuren folgt Überfluss!

Kürzlich bin ich über Psalm 65 gestolpert: „Der Bach Gottes ist reichlich gefüllt“ – im Fall des Hochwassers war es zu reichlich. Die gleiche Natur, die uns ernährt, kann uns auch auffressen. Wie passt das zusammen?

Was schaut ihr zum Himmel?

Letzte Woche war ich in Rio de Janeiro. Hoch oben über der Stadt das Wahrzeichen: Auf dem Corcovado die Christus-Statue. Ein Himmelfahrtsbild …

Da, wo das Licht durchscheint

Das Osterfest erinnert jeden initiierten Mann an die intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Verwundbarkeit und mit den Wunden, die das Leben hinterlassen hat …

Da ist euer König!

Diese Woche habe ich den Isenheimer Altar in Colmar gesehen. Das Foto zeigt die Kreuzigung. Was wäre, wenn auch wir heute diesem Bild des Leidens nicht als Zuschauer gegenüber treten würden, sondern als Leidende?

Glut unter der Asche

Alles ist vergänglich. Und das Leben ist tödlich. Das ist die Botschaft des Aschermittwoch. Und die Asche ist das Symbol dafür. Wie kann das Leben gut zu uns sein und dann frisst es uns doch auf?

Zwischen Sucht und Gnade

Wer sich auf Seelenpfade begibt, wird seinen Süchten begegnen. Und wer auf den Seelenpfaden weiter kommen will – das scheint Bestandteil jeder Religion zu sein und damit grundsätzlich eine Aufgabe des Lebens -, muss seine Süchte überwinden. Aber wie?

Frieden machen

Neulich hörte ich diese unglaubliche Geschichte von den japanischen Soldaten, die nach dem zweiten Weltkrieg im Pazifik verschollen sind. Der Krieg war aus, die Jahre vergingen. Den letzten fand man 35 Jahre nach Kriegsende auf einer Insel …

Im Fluss

Ich frage mich, ob jenseits aller Geschäftigkeit, unter der Oberfläche von Gedanken und Plänen, Pflichten und Sorgen, ein tiefes Wissen darum liegt, wie und wer Gott ist?

Lauterkeit des Herzens

Sie sind „zur Erlangung der Lauterkeit des Herzens verpflichtet“. Ich stolpere über diesen Absatz in der Regel des OFS, weil da für mich etwas Unangenehmes mitschwingt. Ein mögliches Missverständnis …

Erwachsen werden

Der Himmel riss bei der Taufe Jesu auf. Ich habe immer gedacht, das sei eine öffentliche Angelegenheit und der Himmel habe sich vor aller Augen aufgetan, damit alle sehen, dass Jesus der Auserwählte ist. Von Zuschauern ist aber gar nicht die Rede im Text …

Zeichen der Erlösung

Das T(au) ist das franziskanische Erkennungszeichen. Mit diesem Zeichen unterschrieb Franz von Assisi seine Briefe und malte es überall an die Wände, so wie auf dem Bild, das ich in Fonte Colombo fotografiert habe …

Wilde Orte

Franziskus lebte in der Natur und kommunizierte mit allen Geschöpfen und allem Geschaffenen. Was würde passieren, wenn wir europäische/westliche Christen diese Tradition wieder entdeckten?

Das göttliche Kind

Die römischen Kaiser ließen sich als Götter verehren, aber die Epiphanie, die Erscheinung, des wahren Gottes findet in ärmlichsten Verhältnissen statt, in einer Krippe in einem Stall fernab von allen Machtzentren der Welt …

Der Grüne Mann

Franz von Assisi predigt Blumen, Vögeln, sammelt Würmer vom Weg auf, damit sie niemand kaputt tritt und vieles mehr. Ist ein „grüner“ und „wilder“ Franz von Assisi so außergewöhnlich angesichts der jüdisch-christlichen Traditionen …

Rauchopfer

Ein Geschenk an den weinenden Felsen und den einsamen Baum, Begleiter auf dem Seelenpfad durch die Wüste …

THEMEN

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