
Das Ego liebt die Dringlichkeit. Es gibt sich geschäftig – damit es nicht spüren muss, was es wirklich braucht. Halte inne. Nicht die Welt muss stiller werden. Irgendwo unter dem Lärm wartet ein Wissen, das Du schon immer gewusst hast. Du musst nicht das Chaos besiegen. Lerne zu tanzen. Und lerne, den Tanz zu genießen.
Wusstest Du, dass es den Begriff Burnout erst seit den 1970er-Jahren gibt?
Mittlerweile ist das ja die landläufige Bezeichnung für eine Volkskrankheit – ähnlich wie Rückenschmerzen.
Burnout bedeutet wörtlich: »ausgebrannt«.
Und das heißt vor allem: Die Leistungsfähigkeit nimmt ab. Ich kriege einfach nicht mehr alles auf die Kette. Es ist alles zu viel.
Burnout ist eine Art chronische Erschöpfung.
Und die große Frage ist: Wie komme ich aus der Erschöpfung wieder in Kraft?
An dieser Frage scheiden sich die Geister.
Es ist wie in Goethes Faust: »Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust …«
Die eine Seele ist das Ego, unser Alltagsbewusstsein – und das möchte uns möglichst schnell wieder leistungsfähig machen.
Die andere Seele ist »das Wissen, das Du schon immer gewusst hast« – wir können auch sagen: das wahre Selbst.
Und das wahre Selbst leitet unseren Selbstwert und unsere Würde nicht aus dem ab, was wir alles schaffen und leisten, sondern eben aus unserem Dasein an sich.
Und deshalb stellt sich Erschöpfung aus der Sicht des wahren Selbst oft ganz anders dar: nicht als Fehler oder Scheitern, sondern oft sogar als notwendiges Erreichen einer Grenze, an der wir innerlich und persönlich wachsen können.
Das Problem ist, dass beide »Seelen« in zwei scheinbar völlig unterschiedliche Richtungen streben.
Während das Ego am liebsten in den Urlaub will, um danach umso leistungsfähiger zu sein, führt uns das wahre Selbst scheinbar noch tiefer in die Krise.
Wie Du mit diesem Widerspruch umgehen kannst und wie Du beide »Seelen« in Deiner Brust miteinander versöhnst, darum geht es im Podcast heute.
Ich lege Dir die Folge sehr ans Herz und wünsche einen gesegneten Sonntag.
Pace e bene
br. Jan
ATEMPAUSE
EINATMEN
Ich übernehme die Verantwortung für mich.
AUSATMEN
Ich nehme mir Zeit für mich.
JOURNAL
EINE STIMME AUS DEM GROSSEN KREIS
»Wenn ich es mir so überlege, ist für mich der nächste große Schritt ein Schritt zurück. Ein Schritt zurück aus dem Überall-dabei-sein-Wollen. Ein Schritt zurück aus dem Überall-›richtig‹-sein-Wollen – sowohl im Sinn von ›Recht-machen-Wollen‹ als auch ›Recht-haben-Wollen‹. Ich will nicht mehr kämpfen und vor lauter Getriebensein nicht mehr sehen können, ob es den Kampf Wert ist. Zur Ruhe kommen, einen Schritt zurücktreten und wahrscheinlich sehen, dass ›die Welt‹ das sehr gut überleben wird.«
Jutta
BARFUSS+WILD



