
Manche Menschen haben dieses Leuchten, das nichts mit Leistung zu tun hat. Es kommt nicht von der Anstrengung, gut zu sein, nicht von der Maske, die wir »Persönlichkeit« nennen. Was wir an diesen Menschen spüren, ist nicht Charisma. Es ist das Gegenteil. Es ist das, was übrig bleibt, wenn jemand aufgehört hat zu beweisen, dass er wichtig ist.
Viele glauben, Urvertrauen sei etwas, das wir im ersten Lebensjahr entwickeln.
Oder zumindest in den ersten Jahren der Kindheit.
Vielleicht hast Du das auch schon mal gehört – und es erscheint Dir logisch.
Und dann hältst Du wahrscheinlich auch den alten Spruch für plausibel: »Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.«
Dieser Spruch ist überhaupt nicht wahr.
Das bestätigt schon die Hirnforschung: Wir können bis zum letzten Atemzug lernen – wenn es sein muss, können wir mit 85 noch Chinesisch lernen.
Aber was wäre, wenn Urvertrauen etwas ist, das wir gar nicht erst lernen müssen, sondern aus dem wir ursprünglich kommen.
Die Herausforderung besteht dann nicht darin, Urvertrauen aufzubauen, sondern vielmehr darin, sich an den Ursprung zu erinnern.
Wir kennen das, wenn wir solchen Menschen begegnen – die sich erinnert haben. Und wir erkennen sie sofort: Es sind die, die nichts mehr beweisen müssen.
Wir könnten es so sagen: Die Menschen, die früh in ihrem Leben gelernt haben, dass ihr Vertrauen enttäuscht wird, haben es später schwerer, sich an ihr Urvertrauen zu erinnern.
Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen: Urvertrauen ist gerade nicht eine Sache der ersten Lebensjahre, sondern es ist DAS große Geschenk der zweiten Lebenshälfte.
Und was es braucht, um dieses Geschenk auch empfangen zu können, darum geht es im Podcast heute.
Ich wünsche Dir einen gesegneten Sonntag.
Pace e bene
br. Jan
ATEMPAUSE
EINATMEN
Fürchte Dich nicht …
AUSATMEN
… denn ich bin mit Dir. (Jes 41,10)
JOURNAL
EINE STIMME AUS DEM GROSSEN KREIS
»Aufgrund schwerer Kindheitsverletzungen, die nur zum Teil integriert waren, strebte ich lange Jahre nach der Bühne, nach dem Rampenlicht. Ja, das war meine unbewusste Angst, nicht wichtig zu sein und meine damals unbewusste Scham nicht zu spüren. Das durfte ich in einem langen Genesungsprozess immer wieder erkennen. Und heute lerne ich mit Fehlern, mich so zu zeigen, wie es für mich bekömmlich und machbar ist. Trotz und mit meiner Angst, wie zum Beispiel hier in in diesem Kreis zu posten. Danke für diesen wertvollen Beitrag und besonders für das Bild des Kreises.«
Maria
PODCAST



