
Was die Welt eine Schwäche nennt, ist in Wahrheit das Eingangstor für Liebe und Mitgefühl: das wahre Selbst, das sich nicht verpanzert, sondern die Kälte und Härte in der Welt wahrnimmt und sich berühren lässt. Es ist exakt diese Durchlässigkeit, die Gott braucht, um immer neu in die Welt hineingeboren werden zu können. Die Überforderung, die Du spürst, ist keine Schwäche – sie ist in Wahrheit Deine größte Stärke
Unser Alltagsbewusstsein ist ein Problem-Löser.
Und es arbeitet hart daran, möglichst alle Probleme zu beseitigen. Bis keine mehr da sind.
Und da genau liegt der blinde Fleck: Probleme lösen ist eine wichtige Fähigkeit, und wir alle, die wir erwachsen sind, beherrschen das mehr oder weniger gut. Sonst würden wir im Alltag keinen Schritt weiterkommen, wenn mal wieder »was dazwischen kommt«.
Wenn sich allerdings die Vorstellung breitmacht, am Ende der Anstrengung könnte dann einmal »alles gut« sein, leben wir irgendwann in der Illusion.
Dann ist die Küche für immer sauber.
Der Mülleimer leer.
Der Kühlschrank gefüllt.
Der Rücken schmerzt nicht.
Alle Konflikte sind beigelegt.
Der Weltfrieden kann kommen.
Ein Teil von Dir weiß, dass nie »alles gut« sein wird. Wir leben von Krise zu Krise.
Für das Ego ist das eine ganz schlechte Nachricht, die es mit allen Mitteln und großer Anstrengung verdrängen will.
Für das wahre Selbst ist es einfach »das Leben« – und das ist keine Resignation (das wäre auch eine Form der Verdrängung), sondern es ist nüchterne, gelassene Wahrhaftigkeit.
Die Überforderung, die Du also vielleicht spürst im Angesicht der Krise – welche es auch sein mag –, ist aus dieser Perspektive keine Schwäche. Sie zeigt, dass Du hinschaust. Und genau darin liegt eine große Stärke.
Was es dann aus dieser Perspektive des wahren Selbst heißt, (wirklich) krisenfest zu sein, das erzähle ich Dir im Podcast.
Ich wünsche Dir einen gesegneten Sonntag.
Pace e bene
br. Jan
ATEMPAUSE
EINATMEN
Ich bin ein Teil des großen Wandels.
AUSATMEN
In jeder Krise liegt auch eine Chance.
JOURNAL
EINE STIMME AUS DEM GROSSEN KREIS
»Es tut mir gut, regelmäßig ›aufgefordert‹ zu sein, mich mit dem Monatsthema auseinanderzusetzen. Durch all das, was ich bisher bei barfuß+wild lernen und erfahren durfte, scheint etwas sehr Starkes in mir gewachsen zu sein. Als mich das Leben im Herbst in eine tiefe Krise geworfen hat, durfte ich erfahren, dass ich mich dennoch, auch in der tiefsten Dunkelheit und Verzweiflung, gehalten gefühlt habe. Die Natur- und Schreibübungen haben mir geholfen, mich mit meinen Gefühlen und Gedanken auseinanderzusetzen. Ich konnte mit mir in Kontakt bleiben und spüren, was es braucht, um weiterzugehen. Dieser Weg ist noch lange nicht zu Ende, aber ich gehe ihn mit großem Vertrauen.«
Hjördis
LAGERFEUER



