
Wir bestehen nicht aus totem Material. Der Atem, der uns belebt, ist dieselbe Kraft, die Sterne leuchten lässt. Da ist etwas in Dir, das hofft – ohne Grund. Da ist etwas, das liebt – ohne Bedingung. Da ist ein Leuchten jenseits aller Gedanken. Dort findest Du das wahre Selbst. Nicht, indem Du die Materie hinter Dir lässt. Sondern indem Du tiefer in sie hineingehst – bis Du merkst: All das bist auch Du. Du warst nie getrennt.
Wir sind im August, und in den nächsten Wochen liegt der »Frauendreißiger«. So nennt man in der Volkstradition die dreißig Tage, in denen Kräuter für den Winter gesammelt werden.
Mancherorts beginnt diese Zeit am 15. August – an Mariä Himmelfahrt – mit der Kräuterweihe. Mancherorts geht es schon früher los und endet dann am 8. September – am Fest Mariä Geburt.
Die dreißig Tage sind so etwas wie die symbolische Kernzeit der Ernte. Gesammelt wurde maximal bis Allerheiligen, denn dann zieht sich die Pflanzenwelt unter die Erde zurück und die Kräuter verlieren ihre Wirkkraft, sagt der Volksmund.
All das sind letztlich Traditionen, die mit »Wissenschaft« nicht viel zu tun haben: Früher war das, was in dieser Zeit geerntet wurde, die Hausapotheke für das ganze Jahr – »Medizin« hat hier aber nichts mit Chemie zu tun, sondern meint etwas Inneres.
Es ist die Kraft, die Hildegard von Bingen »Grünkraft« genannt hat. Dieselbe Kraft, die die Sterne leuchten lässt.
Haben wir heute überhaupt noch ein Wort für diese Qualität?
Wir sind gewohnt, das Universum als etwas zu betrachten, das uns umgibt – etwas Äußeres.
Wir sind gewohnt, Dinge anzusammeln, aber das allein bringt uns nicht durch den Winter – und nicht durch die dunklen und kalten Zeiten im Leben.
Genau darum geht es in unserem Rauhnächte-Wegweiser, den ich Dir übrigens sehr ans Herz lege, falls Du ihn noch nicht (kostenlos) heruntergeladen hast: Er will Dir den Weg in die innere Vorbereitung weisen und Dich mit dieser Qualität vertraut machen, die uns letztlich durch das ganze Jahr tragen kann. Und eben auch durch das ganze Leben.
Ich kenne Menschen, die jetzt sagen würden: Das ist doch alles »Kokolores«, »Spinnerei«, »Weltflucht«, »Opium fürs Volk«. Sie täuschen sich. Denn in diesen kleinen Traditionen steckt mehr Kraft und Macht, als wir heute gemeinhin annehmen. Da lohnt sich ein tieferer Blick darauf – und das ist das Thema im Podcast heute.
Ich wünsche Dir einen gesegneten Sonntag.
Pace e bene
br. Jan
ATEMPAUSE
EINATMEN
Gott und ich …
AUSATMEN
… wir sind eins.
JOURNAL
EINE STIMME AUS DEM GROSSEN KREIS
»ICH BIN Leben nach dem Tod, ALLES, was ich bin, hat schon einmal gelebt, und JETZT bin ich HIER. Ich bin Teil von (Gott in) allem und werde es immer sein. Zu einem Leben in Fülle gehört für mich auch ein Leben in Leere, ein Sterben vor dem Tod, ein Heimkommen vor dem Heimgehen. Ich danke für Berührungen und eine wilde Kirche, die in mir lebt(e) und (auf)geweckt wurde.«
Petra
BARFUSS+WILD



