
Was wir Einsamkeit nennen, ist nicht der Beweis, dass mit uns etwas nicht stimmt. Einsamkeit ist die weite Strecke zwischen dem Ort, den wir – aus welchem Grund auch immer – verlassen müssen, und jenem anderen Ort, an dem unser wahres Selbst wohnt. Die Leere, die wir fürchten, ist der Weg dorthin. Du bist nicht vergessen. Du bist unterwegs.
Als ich das hier gehört habe, war ich echt überrascht: In England und Japan gibt es seit einigen Jahren ein Ministerium für Einsamkeit.
Das Thema ist dort zur »Chefsache« gemacht worden – und das zeigt, dass es keine Kleinigkeit ist: Laut WHO ist jeder sechste Mensch weltweit von Einsamkeit betroffen. In Deutschland ist es jeder vierte.
Die Wahrscheinlichkeit ist also hoch, dass uns Einsamkeit im Leben begegnet: Bei anderen oder bei uns selbst.
Und viele haben Angst vor Einsamkeit oder hadern mit dem Alleinsein. Viele schreiben uns das auch: »Obwohl ich gerne mit mir allein bin und Stille sehr genieße, empfinde ich seit einiger Zeit Einsamkeit.« Oder: »Stille und Einsamkeit bilden einen Lebenszusammenhang, der mich Kraft KOSTET statt mir Kraft zu GEBEN.«
Heute sind wir gesellschaftlich schnell dabei, solche negativen und herausfordernden Erfahrungen zu »pathologisieren« – das heißt: Wir bezeichnen sie als Krankheit und versuchen, sie zu vermeiden und sogar auszumerzen.
Einsamkeit ist jedoch keine Krankheit – sie kann wohl auf die Dauer krank machen. Und das lässt sich verhindern, wenn man sie nicht krampfhaft bekämpft.
Vielmehr wäre es hilfreich, meine ich, wenn wir wahrnehmen, dass die Einsamkeit auch eine Dimension hat, für die uns kulturell das Sensorium abhandengekommen ist: die spirituelle Dimension.
Was ich mir dafür von Meister Eckhart abgeschaut habe, erfährst Du im Podcast.
Ich wünsche Dir einen gesegneten Sonntag.
Pace e bene
br. Jan
ATEMPAUSE
EINATMEN
Ich verbinde mich mit meiner Schöpferkraft.
AUSATMEN
Ich gebe der Stille Raum.
JOURNAL
Einsamkeit ist für mich …
EINE STIMME AUS DEM GROSSEN KREIS
»Zur Quelle gelangen, unser wahres, unversehrtes Selbst erkennen, ist heilsam. Für mich ist das ein bedeutsamer Weg und hilft mir, Dinge besser anzunehmen, wenngleich ich mich oft noch nach einer ›Brücke‹ sehne. Mir scheint, dass unsere Gesellschaft sehr traumatisiert ist und seelische Störungen und Erkrankungen zunehmen. Und doch ist in jedem von uns dieser göttliche Funke.«
Stefanie
BARFUSS+WILD
PERLENGEBET
… der mit uns auferstanden ist.



