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Jeder krankt in letzter Linie daran, dass er das verloren hat, was lebendige Religionen ihren Gläubigen zu allen Zeiten gegeben haben, und keiner ist wirklich geheilt, der seine religiöse Einstellung nicht wieder erreicht, was mit Konfession oder Zugehörigkeit zu einer Kirche natürlich nichts zu tun hat.
Carl Gustav Jung (1875–1961)

Eines der größten Missverständnisse unserer Zeit ist die verbreitete Vorstellung, Religion habe vor allem etwas mit Konfession zu tun – oder eben mit »Kirche«.

»Ich bin nicht religiös« heißt dann: Ich fühle mich keiner Kirche oder Konfession zugehörig.

Ich kenne viele Menschen, die das sagen.

Viele, die hier mit barfuß+wild unterwegs sind, würden das wahrscheinlich so sagen.

Und ich respektiere das absolut – es interessiert mich noch nicht einmal.

Dein »Bekenntnis« ist mir wirklich wurscht – mich interessiert nur, was Du in Deinem Leben tust oder nicht tust. Und vor allem: warum.

Und da beginnt das, was ich meine, wenn ich »Religion« sage.

Es ist nicht die weltanschauliche Gruppe, der Du Dich zugehörig fühlst.

Es interessiert mich nicht, welche Aussagen über Gott oder die Welt Du für »wahr« hältst – und in dem Sinne »glaubst«.

Mich interessiert allein Dein Handeln. Und mein Handeln. Und warum wir so handeln.

Welches Bild von uns selbst, voneinander und von der Welt wir haben, das diesem Handeln zugrunde liegt.

Da beginnt für mich Religion, und so betrachtet kann man dann gar nicht »nicht religiös« sein.

Möglicherweise sagst Du jetzt: Na und? Das ist mir doch gerade egal – Religion interessiert mich eben nicht.

Und genau da wird es wirklich spannend.

Wenn wir nämlich Religion auf das Äußere reduzieren – die Konfession, die Institution, was auch immer –, dann findet »das Religiöse« in uns andere Wege und wir leben am Ende in einer versteckten, ja, unbewussten Religion.

Und so betrachtet, können wir uns fragen:

Sind die Bankentürme und Einkaufszentren in den großen Metropolen vielleicht unsere »Tempel«geworden?

Und ist das Portemonnaie in Wahrheit unser »Medizinbeutel«, in dem wir das aufbewahren, was uns »heilig« ist?

Mehr zu dieser Spur und dazu, wie der Weg aussehen könnte zu dem, was Jung »lebendige Religion« nennt, darum geht es im Podcast heute.

Ich wünsche Dir einen gesegneten Sonntag.

Pace e bene

br. Jan

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Lebendige Religion ist für mich …

EINE STIMME AUS DEM GROSSEN KREIS

»So ziemlich alle spirituellen Themen von barfuß+wild haben mich tagaus, tagein begleitet und oft fasziniert. Ich durfte mich dadurch in meinem ganzen theologischen Verständnis/Glaubensleben weiterentwickeln. Ein belastbares Gottesbild hat sich bei mir entwickelt und alte verstaubte Glaubenssätze wurden abgelöst durch eine Spiritualität der Lebendigkeit.«

Bernhard
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