
Du bist mehr als das, was in Dir rauscht und Dich bedrängt – mehr als die Gedanken und Vorstellungen, die Deine schwärzesten Ängste nähren. Und wenn dieses »Mehr« einmal erwacht ist, verschwindet nicht etwa die Angst. Nur Deine Wahrnehmung wandelt sich vom Kopf ins Herz: Du bist getragen und gehalten – auch in der tiefsten Dunkelheit.
Das Problem mit dem »Bösen« ist, dass viele es an der falschen Stelle vermuten und bekämpfen, scheint mir.
Wenn zum Beispiel in den kommenden Tagen wieder überall die kleinen Teufelchen und Gespenster durch die Straßen laufen, dann wird es auch wieder die Stimmen geben, die vor Halloween warnen.
Man mag mit Recht die Kommerzialisierung beklagen, aber es gibt Stimmen, die haben eine andere Qualität: Manche evangelikale und fundamentalistische Christen sprechen von einem »Fest der Finsternis«, und der Vizepräsident der Internationalen Vereinigung der Exorzisten sieht in dem bunten Treiben »eine echte Gefahr«, dem Wirken des Teufels Tür und Tor zu öffnen – auch wenn diejenigen, die feiern, gar nicht den Teufel zelebrieren wollen.
Ich will nicht die Wirklichkeit des Bösen leugnen und nichts Böses schönreden. Ich glaube nur nicht, dass das Böse mit Hörnern und Pferdefüßen um die Ecke kommt – schon gar nicht in Gestalt von verkleideten Kindern, die von Haus zu Haus ziehen, um Süßes zu sammeln.
Und selbst wenn Halloween verboten würde, gäbe es danach nicht weniger Böses in der Welt. Im Gegenteil: Diese Bräuche mit zum Teil sehr alten Wurzeln dienen vielleicht genau dazu, uns vor dem Bösen zu schützen. Und mögen sie auch kommerzialisiert sein – die Frage stellt sich ja, was in unserer Welt eigentlich nicht kommerzialisiert wird –, so tragen sie doch eine alte Weisheit in sich: Das Böse wird nicht kleiner, wenn ich es verdränge oder unsichtbar zu machen versuche. Ich sehe eher die Gefahr, dass wir unsere Ängste und inneren, dunklen Bilder auf dieses oder jenes in der Welt projizieren, was uns böse »erscheint«. Es braucht daher kreative Formen der Auseinandersetzung mit »dem Bösen«, und dazu gehört auch, sich bewusst zu machen, was denn nun eigentlich wirklich böse ist – und was nur so aussieht.
Genau das ist das Thema im Podcast heute, und ich erzähle Dir gerne, warum ich zwar kein bisschen an »den Teufel« glaube, sehr wohl aber Respekt habe vor »dem Bösen«, von dem es leider reichlich gibt in der Welt und vor dem man sich aber schützen kann, wenn man an der richtigen Stelle ansetzt.
Ich wünsche Dir einen gesegneten Sonntag.
Pace e bene
br. Jan
ATEMPAUSE
EINATMEN
Ich bin mehr als meine Angst.
AUSATMEN
Ich traue auf meine Würde.
JOURNAL
Ich fühle mich getragen, wenn …
EINE STIMME AUS DEM GROSSEN KREIS
»Manchmal fühle ich mich in der Natur ängstlich. Allein. Beobachtet. In Gefahr. Unbehaglich. Verfolgt. Ungeschützt. Mit einem dumpfen Gefühl, es könnte was passieren. Manchmal bin ich traurig. Gedanken! Mein Kopf. Aber sehr oft fühle ich mich frei, glücklich, getragen, ruhig, neugierig, verbunden und voller Vertrauen. Ich bin eins und voller Liebe. Faszination. Gefühle! Mein Herz. Die Natur ist voller Gegensätze. Auch meine Gefühls- und Gedankenwelt zeigt mir diese wieder ganz deutlich.«
Nadine
BARFUSS+WILD
PERLENGEBET
… der mit uns auferstanden ist.




