
Wandlung: Wo Du einst geschwiegen hast, sprichst Du nun Deine Wahrheit. Wo Du einst gestritten hast, wählst Du nun das Schweigen. Du erkennst den Wert, den Deine Stimme hat. Und Du erkennst Situationen, die Deine Zeit, Deine Energie und Deine Aufmerksamkeit nicht verdienen.
Während Du das hier liest, bin ich gerade mit Dorothe in Italien auf der Romita. Wir begleiten wie jedes Jahr eine kleine Gruppe von Menschen durch ihre Quest.
Vier Tage und vier Nächte draußen – allein, in der Stille.
Das ist kein Survivaltraining – und auch keine besondere spirituelle Übung für Spezialisten.
In den indigenen Traditionen Nordamerikas sind alle zur Quest gegangen. Oft mehrmals im Leben.
Männer und Frauen. Junge und Alte.
Und die Gemeinschaft hat an die Menschen draußen in der Wildnis gedacht. Für sie gebetet.
Und sie freudig erwartet: mit ihren Geschichten, Erfahrungen und Erkenntnissen.
Denn die Quester und Questerinnen bringen Lebenswissen mit.
Die Quest ist ein Ritual für einen großen Übergang im Leben.
Und wohlgemerkt: Vier Tage und Nächte in der Wildnis sind nur EINE Form des Übergangs.
Wichtiger als die Form ist, DASS ich den Übergang nicht verpasse.
Dann kann ich auch einen Rahmen finden, in dem ich den Übergang vollziehen kann.
Bei Hochzeiten und Bestattungen ist das klar.
Wenn Beziehungen auseinandergehen oder jemand die Arbeitsstelle wechselt, wird es schon schwieriger – oft passiert dann gar nichts.
Und schließlich gibt es noch die Übergänge, die äußerlich gar nicht sichtbar sind, weil sich jemand nicht äußerlich verändert, sondern innerlich.
Dann ist die Frage: Woher weiß ich, dass ein solcher Übergang ansteht? Woran erkenne ich, dass ich »reif« bin dafür?
Um diese Frage geht es im Podcast heute.
Ich wünsche Dir einen gesegneten Sonntag.
Pace e bene
br. Jan
ATEMPAUSE
EINATMEN
Ich würdige den Weg, der hinter mir liegt.
AUSATMEN
Ich lasse los, was mich hindern will, weiterzugehen.
JOURNAL
EINE STIMME AUS DEM GROSSEN KREIS
»Mir fällt es immer wieder schwer zu unterscheiden, was eine ›Verstrickung in Wünsche‹ ist, die starr werden kann und Energie bindet, und was eine Sehnsucht ist, die Flügel verleiht und ermutigt zu wachsen. Manchmal fühlt sich beides eine Zeitlang ähnlich an. Wann folgen …? Wann loslassen …? Vielleicht kann die ›Einfachheit‹ ein Schlüssel für mich sein, um den Unterschied besser zu erkennen. Vielleicht lässt Sehnsucht dem einfachen Erleben und Empfangen mehr Raum als ein starres Verstricktsein.«
Jutta
BARFUSS+WILD



