
Da ist etwas an Dir, das niemals einverstanden war mit dem bloßen Überleben. Nenn es Wildheit, nenn es Seele. Die Seele will nicht bloß atmen, um zu funktionieren. Sie ist das, was durch den Atem lebendig wird. Die Seele ist kein »Apparat« – sie ist eine Flamme, und Flammen brennen. Wer das begriffen hat, kann nicht mehr still dasitzen und alles über sich ergehen lassen, so als wäre Atmen schon das Ganze.
Wenn ich Dir jetzt sage, dass wir bei barfuß+wild mit der Vorbereitung auf die Rauhnächte beginnen, dann wird das wahrscheinlich mindestens ein Fragezeichen in Dein Gesicht zaubern.
Es ist Hochsommer.
Und nichts scheint ferner als der dunkle Winter – und eben die Rauhnächte.
Allerdings: Vor noch gar nicht so langer Zeit hätte es niemand seltsam gefunden, jetzt schon an die Rauhnächte zu denken.
Denn die Sommersonnenwende liegt hinter uns und die Tage werden wieder kürzer.
Auch wenn wir davon aktuell noch nicht viel merken: Wir befinden uns bereits in der zweiten Jahreshälfte.
Jetzt geht es nicht mehr um Aufstieg, sondern um Abstieg. Vom Gipfel ins Tal.
Jetzt geht es nicht mehr darum, zu wachsen und etwas aufzubauen.
In den kommenden Wochen beginnt traditionell die Ernte der Kräuter für die Rauhnächte.
Und das heißt: Jetzt geht es um die Essenz – um das, was wirklich trägt und bleibt.
Genau darum geht es auch in unserem Rauhnächte-Wegweiser (https://www.barfuss-und-wild.de/themen/rauhnaechte).
Nicht (nur) ums Kräutersammeln, sondern um »Die Kunst des Abstiegs«.
Denn das ist eine Lebenskunst: Auch das Leben hat zwei Hälften.
Und überall dort, wo wir uns wandeln und weiterentwickeln – wo unter der alten Haut schon die neue sichtbar wird –, da beginnt die Qualität der zweiten Lebenshälfte mit der Frage, was uns durch alles Werden und Vergehen hindurch trägt.
Und genau deshalb kann man nicht früh genug damit beginnen, sich um die Essenz zu kümmern.
Wie das aussehen kann und was diese Essenz ist, darum geht es im Podcast heute.
Ich freu mich, wenn Du reinhörst, und bin gespannt, was Du dazu sagst.
Ich wünsche Dir einen gesegneten Sonntag.
Pace e bene
br. Jan
ATEMPAUSE
EINATMEN
Ich trage Licht in meinem Herzen.
AUSATMEN
Ich erlaube mir, zu leuchten.
JOURNAL
EINE STIMME AUS DEM GROSSEN KREIS
»Diese Müdigkeit beobachte ich bei vielen Menschen. Oft wissen sie vor lauter vorgegebenem Funktionieren nicht einmal mehr, was sie lebendig sein lässt. Es könnten ganz kleine einfache Dinge im Alltag sein. Ich habe gestern zum Beispiel ganz spontan, trotz schlechten Wetters, eine kleine Wanderung in meinen Arbeitsweg (auf dem Rückweg) eingebaut. Bin an einem Ort aus dem Zug ausgestiegen, über einen Höhenweg zur nächsten Stadt gelaufen, dort wieder eingestiegen. Lustigerweise blieb mein Zug dann irgendwo hängen, fuhr nicht mehr weiter. Ging ich eben nochmals eine Stunde auf Entdeckungstour.«
Karin
SEELENFUTTER



