Teil 9 der Rauhnächte-Reihe – der Abschluss. Zur Übersicht.
Die meisten bezeichnen die Rauhnächte als Ereignis im Dezember. Die Bewegung des Abstiegs und Neubeginns, die die Rauhnächte prägt, beginnt aber schon viel früher. Am Höhepunkt des Jahres.
Sommersonnenwende (Johanni, 21./24. Juni)
Der Weg in die Rauhnächte beginnt am längsten Tag des Jahres. Von jetzt an werden die Tage kürzer – unmerklich. Das ist die Schwelle des Abstiegs, von der wir noch lange gar nichts merken. Es scheint so, als würde der Sommer niemals enden.
So ist es auch im Leben: Wir wissen nicht, wann genau die zweite Lebenshälfte beginnt, und eines Tages im Herbst sind wir dann überrascht, wenn uns bewusst wird, dass wir weniger vor uns haben, als bereits hinter uns liegt. Über diese Bewegung des Abstiegs habe ich in der Podcast-Folge »An alle, die wirklich stark sein wollen …« gesprochen.
Erntezeit (Mariä Himmelfahrt / Lammas, 1./15. August)
In diese Zeit fiel früher das »Schnitterfest«. Die erste Ernte waren die Kräuter, die getrocknet wurden. Das Fest Mariä Himmelfahrt und die Kräuterweihe sind aus dieser alten Tradition entstanden. Die alte Sammelzeit der Kräuter – der »Frauendreißiger« – reicht von Mariä Himmelfahrt bis Mariä Geburt am 8. September.
Auch das ist ein Spiegel für das Leben: Jetzt geht es um die Essenz. Was ist wirklich wichtig? Was trägt mich? Was bleibt?
Allerheiligen und Allerseelen (1./2. November)
Die nächste große Schwelle im Jahreskreis ist Allerheiligen am 1. November. Die Sammelzeit der Kräuter ist längst vorüber. Die Welt wendet sich nach innen. Pflanzen und Tiere ziehen sich in den Winterschlaf zurück.
In dieser Zeit ist der Vorhang zur jenseitigen Welt sehr dünn. Zeit, der Toten zu gedenken. Und Zeit, das Loslassen und den Abschied zu üben – ohne dabei die Verbindung und die Verbundenheit aufzugeben. Schon immer haben Menschen dieser kaum greifbaren Wirklichkeit in Ritualen einen Ausdruck gegeben.
Die Rauhnächte (24. Dezember – 6. Januar)
Wenn die Rauhnächte beginnen, gibt es nichts mehr zu tun. Das ist ihr Wesen: Sie führen in die Stille zwischen den Jahren. Sie lassen uns aufmerksam werden für das, was sich von innen heraus wandelt und neu beginnt.
Die Rauhnächte sind die große Sabbatzeit des Jahres. Und sie können uns lehren, die Tiefpunkte im Leben zu schätzen. Gerade dann, wenn wir das Gefühl von Leere empfinden oder glauben, gescheitert zu sein, könnte es sein, dass wir in Wahrheit »mitten im Werden« sind. Die Rauhnächte können unseren Sinn für diesen Lebensprozess schärfen.
Und wie gehst Du diesen Weg?
Genau dafür gibt es den Wegweiser: Er führt Dich vom Johannisfest am Höhepunkt des Jahres bis an den Tiefpunkt in die Nächte zwischen den Jahren – mit einer Einführung in die »Spiritualität des Absteigens«, einer Naturübung zur Kräuterweihe im August, einem Ritual zum Umgang mit der Vergangenheit im November und praktischen Informationen zur Vorbereitung auf die Rauhnächte im Dezember. Wenn Du magst, beginnt Dein Weg heute – hier und jetzt.
→ Hol Dir den Wegweiser – kostenlos als PDF
Wie möchtest Du weiterlesen?
→ Noch einmal von vorn – Teil 1: Die fünf größten Irrtümer über die Rauhnächte
→ Zur Übersicht: Alles über die Rauhnächte




