Die fünf größten Irrtümer über die Rauhnächte

Teil 1 der Rauhnächte-Reihe – zur Übersicht.

Wer sich zum ersten Mal mit den Rauhnächten beschäftigt, stößt auf zahlreiche vermeintliche Gewissheiten: »uraltes Wissen«, »althergebrachte Regeln«, »seit Jahrhunderten praktiziert«, »welche Themen und Energien in den einzelnen Nächten wirken«, »traditionelle Kräutermischungen« und so weiter. Das meiste davon hält einer näheren Prüfung nicht stand. Die gute Nachricht lautet aber: Was übrig bleibt, ist noch viel interessanter.

Irrtum 1: »… sind uraltes Wissen unserer Vorfahren.«

Tatsächlich verbreitet sich der Begriff »Rauhnächte« wohl erst im 19. Jahrhundert, und vieles, was heute darüber kursiert, ist noch deutlich jünger. Das Brauchtum selbst ist allerdings alt – seit dem 16. Jahrhundert schriftlich bezeugt. Verwurzelt ist also die Sache selbst, jung sind die meisten Etiketten. Mehr dazu in Teil 2: Wie alt sind die Rauhnächte?.

Irrtum 2: »… haben nichts zu tun mit dem Christentum.«

Die Rauhnächte haben im Gegenteil eine starke christliche Wurzel: Es sind die »Zwölf Heiligen Nächte« zwischen Weihnachten und Dreikönig und damit tief verankert im Kirchenjahr. Dennoch sind viele Christen skeptisch. Mehr dazu in: Teil 8: Christlich oder esoterisch oder beides?.

Irrtum 3: »… jede Nacht hat ein festes Thema.«

Es gibt nicht die eine wahre Zuordnung – nicht einmal bei der Zählung herrscht Einigkeit. Die thematischen Zuordnungen der einzelnen Nächte stammen aus der jüngeren Ratgeber-Literatur. Das bedeutet aber auch: Du kannst nichts falsch machen, weil es gar kein festes Schema gibt, an das Du Dich halten müsstest. Woher die Themen wirklich kommen: Teil 5. Welche Zählweisen es gibt: Teil 4.

Irrtum 4: »… sind aufwändig.«

Man braucht keine besondere Ausrüstung – keine dicken Bücher, kein aufwändiges Orakel-Karten-Set, ja, noch nicht mal Räucherwerk. Im Gegenteil: Wer in den Rauhnächten von einem komplizierten Räucherritual ins Nächste hetzt, hat das Grundprinzip missverstanden: In den Rauhnächten gibt es nämlich erstmal gar nichts zu tun. Was Du für die Rauhnächte wirklich brauchst: Teil 6; woher das Räuchern kommt: Teil 7.

Irrtum 5: »… sind ein Dezember-Programm.«

Die Rauhnächte sind das Ziel eines Weges, der in Wahrheit durch das ganze Jahr führt. Die besondere Qualität der Rauhnächte beginnt eigentlich schon am Johannisfest im Sommer und wandelt sich über die Erntezeit im Herbst und in die Stille im Winter und zwischen den Jahren. Wie dieser Weg aussieht, zeigt Teil 9 – und unser Wegweiser, den Du unten kostenlos downloaden kannst.

Wie möchtest Du weiterlesen?

Weiter in der Reihe – Teil 2: Wie alt sind die Rauhnächte wirklich?
Oder quer eingestiegen – Teil 4: Wann beginnen die Rauhnächte?

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Zur Übersicht: Alles über die Rauhnächte

Wer hier schreibt

Jan Frerichs — Autor, Theologe und Gründer der Lebensschule barfuß+wild. Als Franziskaner (OFS) interessiere ich mich für die »Mystik der kleinen Leute«. So bin ich auf die Rauhnächte gestoßen: eine dieser Volkstraditionen, die seit Jahrhunderten das Leben der Menschen prägen — und über die selten geschrieben wird.

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Der Wegweiser in die Praxis der Rauhnächte – für einen Weg, der schon im Sommer beginnt ...

Die Rauhnächte sind nicht zwölf Rituale, die man zwischen den Jahren »korrekt absolviert«. Es geht um eine innere Bewegung. Und die beginnt nicht erst am 24. Dezember, sondern viel früher.

Diesen Weg zeichnet das kostenlose PDF-Workbook, das wir bei barfuß+wild für Dich zusammengestellt haben: Der Wegweiser führt Dich vom Johannisfest in der Sommersonnenwende bis in die Nächte zwischen den Jahren in der Wintersonnenwende.

Der Rauhnächte-Wegweiser — PDF-Mockup mit drei aufgefächerten Seiten

Du findest im Wegweiser ...

... eine Einführung in die »Spiritualität des Absteigens«
... eine einfache Naturübung zur Tradition der Kräuterweihe im August
... ein Ritual zum Umgang mit der Vergangenheit im November
... praktische Informationen zur Vorbereitung auf die Rauhnächte im Dezember.

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